Ein sehr teurer Geldautomat verschwindet bald in Wulften

 (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Dort, wo einst die Sparkasse Osterode in Wulften anzutreffen war, steht seit dem 1. Juli ein Geldautomat ohne Auszugdrucker, den dieses Geldinstitut zusammen mit der Volksbank im Harz, die sich ebenfalls aus Wulften zurückgezogen hat, für drei Jahre stehen lassen wollte.  Doch aus Sicht von Bürgermeister Hennig Kruse und seine beiden Stellvertretern Elvira Schaper und Peter Beußhausen ist da jetzt eine sehr teure Lösung für die Gemeinde herausgekommen.

Denn dieser eine Automat, der im alten Rathaus zu finden ist, benötigt eigentlich im Höchstmaß ganze sechs Quadratmeter. Zurzeit nimmt er allerdings Räumlichkeiten von 100 Quadratmeter in Anspruch, für welche die Gemeinde Strom und Heizung bezahlen muss. Das müsse nicht nur aus Sicht der drei geändert werden. „Es muss doch möglich sein, den Automaten so umzusetzen, dass er nicht mehr Platz um sich herum in Anspruch nimmt, als wie er braucht“. Schließlich sollen diese Räumlichkeiten wieder anderweitig genutzt werden, doch das geht mit einem Automaten mitten im Zimmer äußerst schlecht.

Der neue Platz ist übrigens mit der zehn Meter vom jetzigen Standort entfernt stehenden Flurwand auch gefunden worden, aber dafür soll die Gemeinde 25.000 € locker machen, was der Gemeinde schriftlich mitgeteilt wurde. Das Argument beider Geldinstitute: Schließ-lich müsse mit der Versetzung des Automaten eine Fachfirma beauftragt werden. Übrigens würde diese Umsetzung auch nur für drei Jahre gelten, weil sich so ein Automat in Wulften nicht bezahlbar mache und Hattorf nicht so weit entfernt liege. Diesen tiefen Griff in die Haushaltskasse könne sich die Gemeinde absolut nicht leisten und sei auch nie Thema der Verhandlungen gewesen, so Bürgermeister Kruse.

Die 25.000 € seien für die Gemeinde aber nicht der einzige Wehrmutstropfen, sondern auch die Tatsache, dass kostenfreies Geld abheben „Schnee von gestern ist“. Wer nicht Kunde einer der Banken ist, wird mit 4,95 € Buchungskosten belastet. „Wir haben für den Verbleib des Automaten schwer gekämpft, aber wenn es keine akzeptable Lösung für uns gibt, dürfte er bald abgebaut sein“, so Henning Kruse. „Der Wulftener Rat bedauert das zutiefst, fühlt sich aber im Nachhinein von den Banken arg getäuscht, da diesen bekannt war, dass der Geldautomat an eine andere Stelle im Rathaus versetzt werden musste und diese Kosten gegenüber der Gemeinde verschwiegen wurden“.     pb

Der Geldautomat steht ziemlich im Weg!      (Foto: Petra Bordfeld)
Der Geldautomat steht ziemlich im Weg! (Foto: Petra Bordfeld)

Bimmelbrücke in Wulften wird erneuert!                    (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Ab den 31. Dezember diesen Jahres wird zwar nicht der Lokführer kund tun, dass der Zug bald den Wulftener Bahnhof erreicht haben wird, aber die Radfahrer dürften freudig die Fahrradklingel bimmeln lassen, weil sie wahrscheinlich die aus Sicherheits-gründen vor zwei Jahren gesperrte gleichnamige Brücke wieder überqueren können und auch dürfen. So ist jedenfalls die Aussage der beauftragten Fachfirma.

Fußgänger dürfen selbstredend ebenfalls rüber gehen, und dass durchaus in Begleitung des besten Freundes.  Denn dafür wird unter anderem ein 90 Zentimeter breiter Barfußgang angelegt. Der und auch der andere Belag wird allerdings für berittene und geführte Pferde ebenso tabu sein, wie für alle anderen großen Tiere, zumeist Huf- und Paarhufer. „Die Brücke soll entsprechend beschildert werden, damit niemand mit der Ausrede `Hab ich gar nicht gewusst´ kommen kann“, so der stellvertretende Bürgermeister Peter Beußhausen.

Frau sollte aber auch die High Heels nicht für diese Überquerung tragen, schmunzelte die stellvertretende Bürgermeisterin, Elvira Schaper. Denn bei dem Brückengerüst wird nicht „nur“ die Unterkonstruktion aus verzinktem Metall bestehen. Das wird auch der neue Belag sein, der sich aus Gitterrosten zusammensetzt, deren einzelnen Felder maximal 30 x 10 mm groß sind.

Die Kosten für dieses Projekt möchte sich die Gemeinde Wulften übrigens mit dem Landkreis Göttingen teilen. Im Rahmen des Radwegenetz im Landkreis läuft ein Antrag auf eine Beteiligung von 50%. Jeder muss dann für 95 211 Euro in die Tasche greifen.

Bürgermeister Henning Kruse, der sich noch gut daran erinnert, dass anlässlich der 1.000-Jahr-Feier das letzte Mal ein Zug die Brücke überquert hat, betonte, dass der Traum vieler Wulftener wirklich nicht in Erfüllung gehen wird. Denn auch wenn die Halterungen für die Schwellen weiter bestehen bleiben, werden die nicht gelegt und auch keine Gleise gezogen. Denn, weil die Brücke schon lange vom Eisenbahnnetz abgekoppelt ist, bestünde nur die Möglichkeit, mittels einer Draisine rüber zu fahren, aber dazu seien die 80 Meter wohl etwas zu kurz fürs Gas geben und bremsen.

Jetzt ist an dem Brückenskelett ein Gerüst zu sehen, dass nicht unbedingt alltäglich ist. Denn zum einen ist es unten so abgedichtet, dass nicht einmal der kleinste Nagel in die Oder fallen kann. Und dann häng es an Rollen in dem oberen Rand, damit das Gerüst mit dem Baufortschritt „mitschwebt“. So besteht die Möglichkeit, es unter der Brücke entlang laufen zu lassen. Der Abbau steht also erst an, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind.

 

Begonnen hat alles, als 2018 festgestellt wurde, dass die Bretter, auf denen seit zehn Jahren gelaufen und gefahren werden durfte, ziemlich marode waren. Doch der große Schrecken kam, als diese Bohlen hochgenommen wurden. Denn der Unterbau, auf dem der Belag ruhte, sah noch schlimmer aus. Die Nässe von oben und von der unter der Brücke fließenden Oder hatte größeren Schaden angerichtet, als nur der Regen auf den oberen Belag. Also musste alles raus und eine haltbarere Lösung gefunden werden.

Der Gemeinderat begab sich auf der Suche danach, und stimmte für die gefundene, die jetzt in Realität umgesetzt wird. „Wir sind heilfroh, dass wir diesen Schritt der kompletten Erneuerung gemacht und Abstand vom Flickwerk genommen haben“, so Henning Kruse. Letztendlich wollte man eine nachhaltige Sanierung der Brücke haben, damit nicht nach zehn Jahren erneut angefangen werden muss. „Es sollte ein wesentlich langlebigeres Verbindungsstück zwischen den beiden Seiten der Oder“.

Elvira Schaper hielt auch aus einem weiteren Grund nicht mit Freude hinterm Berg, dass die Bimmelbrücke bald wieder nutzbar ist. Denn die Bürger, die auf der einen Seite der Oder wohnen und zur anderen Seiten wollten, mussten die letzten zwei Jahre Umwege durchs Dorf in Kauf nehmen. „Bald ist das aus der Welt geschafft“.

Allerdings wird es aus Corona-Gründen keine offizielle Einweihung der fertiggestellten Bimmelbrücke geben. Wegen Covid 19 fallen auch der Weihnachtsmarkt und die Senioren-Weihnachtsfeier aus. Am Volkstrauertag werden auch nicht die Vereine zu einer liturgischen Feier ins Gotteshaus geladen, der Gemeinderat wird aber einen Kranz am Ehrenmal niederlegen. pb

Die alten Bretter sind abgebaut                   Das Gerüst hängt am Metallrand an Rollen

 

Henning Kruse, Elvira Scha-per und Peter Beußhausen

(von l. n. r.) freuen sich über die Arbeiten an der Brücke.

 

(Fotos: Petra Bordfeld)

 



Auch in Wulften plant ein Finanzinvestor Windräder (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Während der letzten Sitzung des Wulftener Ausschusses für Entwicklung und Finanzen, zu der sich auch eine große Zahl von interessierten Bürgern auf den Weg ins Schützenhaus gemacht hatten, ging es um Baumbepflanzungen, den Wasserstand im Silbersee und die Planung des Rostocker Unternehmens UKA Nord, in Wulften drei bis acht Windrädern zu errichten.

Ausschussvorsitzender Willi Erhardt mahnte an, dass sowohl auf dem Schützenplatz aus auch in der Röderstraße, wo sämtliche Bäume gefällt wurden, Neuanpflanzungen durch-geführt werden müssen.

Fachbereichsleiter Matthias Franziskowski betonte, dass man auf dem Schützenplatz die Stuken der beiden gefällten Bäume bisher ganz bewusst habe stehen lassen, soweit Neu-pflanzungen vorgesehen sind, werden diese fachgerecht entfernt. In jedem Fall stellt der Fachausschuss fest, dass neue Bäume aufgestellt werden sollen. Es sollen schon etwas größere Bäume nachgepflanzt werden, denn kleinere hätte keine Chance, sich gegen den großen Bestand durchzusetzen.

In der Röderstraße sehe es mit einer Neubepfanzung aufgrund des darunter verlaufen-den, bereits geschädigten Regenwasserkanals etwas problematischer aus. Denn das Wurzelwerk habe das Kanalnetz schon in Teilen beschädigt. Wenn dieser Schaden noch größer werde, dann bestünde die Gefahr, dass das Erdreich und damit auch der Gehweg und die Straße absacken könnten. „Aus dieser technischen Sicht sollte eine Neubepfan-zung mit Bäumen vermieden werden“.

Fachbereichsleiter Franziskowski schlug vor, eine Neugestaltung in eine insektenfreund-liche Fläche vorzunehmen, und er berichtete ergänzend, dass dies durch ein aktuelles Förderprogramm des Landkreises Göttingen unterstützt werden könne.

Bürgermeister Henning Kruse erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass mittlerweile fünf Bäume auf dem Schützenplatz verschwunden sind und mahnte an, dass es gelte, neue Bäume anzupflanzen, damit der Charakter des Platzes erhalten bleibt. Und er plä-dierte dafür, dass man erst mit den Anwohnern der Röderstraße ins Gespräch kommen sollte, bevor eine Umgestaltung vorgenommen wird.

Als das Thema „Wasserspiegel des Silbersees“ auf der Tagesordnung stand, stellte Aus-schussvorsitzender Willi Ehrhardt die Frage, was getan werden könnte, um den jetzigen Stand zumindest zu erhalten. Samtgemeindekämmerer Arnd Barke erläuterte, dass der bereits 1994 erstellte wasserrechtliche  Erlaubnisbescheid, Grundwasser in den Silbersee zu leiten, gerade zur Verlängerung anstehe. Auch die Untere Naturschutzbehörde habe mitgeteilt, dass gegen eine weitere Entnahme keine Bedenken bestehen. Allerdings müsse besonders auf  Biotopen-  und   Artenschutz geachtet werden. Ein Ortstermin ist in Kürze hierzu vorgesehen.

Der von der UKA geplante Bau von zunächst drei Windkrafträdern wurde von den Aus-schussmitgliedern negativ bewertet. Arnd Barke legte offen, dass dieses Vorhaben der Flächennutzungsplanung widerspricht. Seitens der Flächennutzungsplanung der Samtge-meinde sind entsprechende Vorrangflächen ausgewiesen. Die von der Rostocker Firma beantragten Anlagen dürften zur Last der dort lebenden Menschen stehen, und die Natur werde ebenso wenig positiv berücksichtigt wie das Landschaftsbild.

Henning Kruse legte offen, dass er dieses angestrebte Projekt auf das Schärfste verurteilt. Denn dem Gemeinderat Wulften liegt ein Antrag auf Errichtung von zunächst drei Wind-rädern nördlich der Ortschaft, in Richtung Dorste vor. Sie sollen jeweils eine Gesamthöhe von 247 Meter haben und werden damit nochmals rund 40 Meter höher, als es die Windräder bei der Mülldeponie Hattorf jetzt sind.

Die Firma UKA hat einen entsprechenden Antrag beim Landkreis Göttingen gestellt, der die Gemeinde Wulften auffordert, dazu eine Stellungnahme abzugeben. „Da diese Maß-nahme ohne jegliche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der politischen Ge-meinde auf den Weg gebracht wurde, lehnt der Gemeinderat dieses Vorhaben ab! “Es könne doch nicht sein, dass sich an diesem Projekt nur einige wenige unter dem Deck-mantel der Umwelt eine „goldene Nase“ verdienen und die Einwohner von Wulften all dieses ertragen müssen.

Als die Samtgemeindeeigenen Finanzbeziehungen zur Diskussion standen, erinnerte Arnd Barke daran, dass aufgrund der Zielvereinbarung mit dem Land Niedersachsen auch zukünftig erreicht werden soll, dass die Haushaltspläne der Samtgemeinde und der Mit-gliedsgemeinden ausgeglichen sind. Und er erinnerte daran, dass vor 15 Jahren in den Haushalten noch ein Fehlbetrag in Höhe von 1,2 Millionen Euro zu verbuchen war. Jetzt habe man es gemeinsam geschafft, dass alle Haushalte ausgeglichen sind. „Da darf man stolz drauf sein, und das soll auch weiterhin Bestand haben“. Er erläuterte ausführlich die weitere Vorgehensweise und bezog sich dabei auf die im kommenden Finanzausschuss der Samtgemeinde zu beratende Beschlussvorlage.

Als Ausschussvorsitzender Ehrhardt in seinem Bericht auf die stattgefundene Ortsbege-hung einging, in deren Mittelpunkt diverse Straßenzüge gestanden hatten, erläuterte Fachbereichsleiter Matthias Franziskowski ergänzend, dass man im Bereich der Straßen-sanierung ein Versuchsprojekt gestartet habe. Die dafür zur Verfügung stehenden Finan-zen hätten zu einem Blick über den Tellerrand geführt. so werde nicht von Anfang an alles von unten nach oben neu aufgebaut. „Das können wir uns nicht leisten“. Bei der Überle-gung, den derzeitigen Status quo zu erhalten, also zu versuchen, Wassereinbruch durch Risse zu verhindern, sei man zu der Entscheidung gekommen, in diesem Jahr erstmalig dort, wo nicht allzu starke Schadbilder vorhanden sind, nichts anderes zumachen, als eine zusätzliche Verschleißschicht aufzuziehen, um so die Straßen wasserdicht zu bekommen. Anschließend erläuterte er ausführlich die geplante Vorgehensweise.   pb

 

Der Wasserstand des Wulftener Silbersees soll erhalten bleieben.

Tiefer darf er nicht ge-hen.

 

Foto: Petra Bordfeld

Die blauen Kreuze kennzeichnen die geplanten Standorte der drei Wind-kraftanlagen.

Fünf weitere könnten noch mit bis zu 247 m Höhe hinzu kommen!


Altes Sägewerk Wulften hat eine grüne Hausnummer

(Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Weil auf dem Gelände in Wulften, wo einst das alte Sägewerk Ehrhardt gestan-den hat, Wohnhäuser errichtet wurden, heißt dieser Straßenzug „Altes Sägewerk“. Und genau dort ist jetzt eine Grüne Hausnummer zu sehen, welche der Landkreis Göttingen der Familie Beußhausen in Ankernennung des umweltfreundlich errichteten und bewirt-schafteten Hauses überreicht hat, welche die Nummer 16 trägt.

Denn für Katrin und Peter Beußhausen stand schon mit dem Bau ihres Hauses im Jahr 2007 fest, dass es ein nachhaltiges Einfamilienhaus in Holzständerbauweise werden soll. Das umweltbewusste Konzept des Bio-Solar-Hauses kommt mit wenig Technik aus, bietet jedoch viel Komfort. Familie Beußhausen setzt bei der Energieversorgung ihres Wohn-hauses komplett auf regenerative Energie in Form von Sonnenenergie und Holzka-minofen. „Gas oder Öl kam für uns überhaupt nicht in Frage“. Eine Solarthermie ist für das Erhitzten des Wassers zuständig. Und es gibt außerdem einen wasserführenden Kamin-ofen, der dann das kühle Nass erwärmt, wenn die Sonnenenergie nicht ausreicht. Die Energie dieser beiden Wärmequellen wird in einem 1000 Liter Pufferspeicher gelagert. Die Zimmer verfügen komfortable Wand- und Deckenheizungen. Die Brauch-Warmwasser-aufbereitung funktioniert mittels Wärmetauscher, sodass die Bildung von gesundheits-gefährdenden Legionellen kein Thema ist. Das notwendige Brennholz kommt aus der hei-mischen Forstgenossenschaft. Ergänzend wurde auf dem Dach eine Fotovoltaik-Anlage „stationiert“, welche ungefähr so viel Strom im Jahr erzeugt, wie das Haus in einem Jahr benötig.

Beim Bau des Hauses wurde auch bei den verbauten Materialien auf die Nachhaltigkeit geachtet. So sind beispielsweise die Außenwände, die Fußböden/Decken sowie die Dach-flächen mit Zellulose gedämmt. Die Innenwände haben einen ökologischen Dämmstoff aus Hanf. Das gesamte Hausprinzip ist darauf ausgerichtet, dass alle Wände diffusionsoffen sind. Denn die beiden Beußhausens wollten das Prinzip des trivialen Passivhauses umge-hen: „Ein Wohnen und Leben in einer Plastiktüte, verbunden mit aufwendiger Lüftungs-technik kommt überhaupt nicht in Frage!“ Also wohnen sie jetzt schon seit gut zwölf Jahren in ihrem schimmelfreien, umweltbewussten, wartungsarmen, betriebskostengünstigen und seit kurzem ausgezeichneten Haus. pb

 

 

Katrin und Peter Beußhausen freuen sich über die grüne Hausnummer des Landkreises Göttingen

 

Foto: Petra Bordfeld

 


Förderverein "Knirpsparade" unterstützt Arche Park   (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Der Förderverein Knirpsparade e.V. des Ev. Regenbogen-Kindergartens Wulf-ten, wollte dem im Ponyhof Küppers gelegenen „ArchePark“ die Corona-Zeit erleichtern und fand so eine Lösung, die sowohl den Kindern, als auch den Tieren gefallen dürfte.

Und ihre Überraschung sollte sowohl bei Barbara Küppers als auch Kindergartenleiterin Katharina Schreiber sehr gut ankommen. Denn der Förderverein überreichte im „Arche-park“ einen 1.000 Euro-Scheck. Der wiederum macht es möglich, dass die Mädchen und Jungen des „Regenbogens“ den Ponyhof und den Archepark ohne Eintritt betreten dür-fen, bis eben diese stolze Summe aufgebraucht ist. Der Förderverein hofft, dass dies der Anfang einer schönen Tradition werden wird. pb

Kirsten Heise-Borchert und Melanie Lohrengel vom Förderverein Knirpsparade e.V, Bar-bara Küppers vom "ArchePark", Fryda und Emely Borchert, Katharina Schreiber vom Ev. Regenbogen-Kindergarten freuen sich über diese nicht alltägliche Idee (v. l. n. r.)

                                                                                                              Foto: Sofia Küppers


Schützenvorstand 2022 Wulften sucht Zimmermänner

  (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Nach drei Jahren der Vorfreude wird in Wulften zu Pfingsten 2022 wieder das traditionelle Schützen- und Heimatfest auf dem Veranstaltungskalender stehen. Es wird am Pfingstsamstag mit dem Sturm auf die Barrikade des Majors beginnen und dem Preis-schießen sowie der zünftigen Nachfeier am darauf folgenden Samstag ausklingen.
Weil nicht erst auf dem letzten Drücker Hobby-Fachleute zum Erstürmen einfallsreich errichteter Barrikaden gesucht werden sollen, sucht der 2019 ausgeschossene Vorstand schon jetzt Freizeit-Zimmermänner, die dabei sein wollen. Wer Interesse hat, Teil des Schützenvorstandes 2022 zu sein, melde sich bitte entweder unter der E-Mail-Adresse schuetzenvorstand2022@gmail.com oder bei Schützenkönig Peter Kranich-Kaliner (Berg-straße 17). 
Der gesamte Schützenvorstand 2022 ist in freudiger Erwartung der Bewerbungen, da nach der abgeschlossenen Suche der Vorstand endlich komplett sein wird. pb

 

Der 2019 beim Schüt-zen- und Heimatfest in Wulften ausge-schossene Vorstand sucht Freizeit-Zim-mermänner.

 

Foto:

Kira Beußhausen

 


Kater suchte sich ein Wohnzimmer aus                     (Bericht: Petra Bordfeld)

Hattorf. Ein junger getigerter, nicht sterilisierter Kater suchte sich über die geöffnete Terassentür einer Wulftener Familie das Sofa im Wohnzimmer zum Verweilen aus. Da sie selbst einen Hund haben, und sich auch Kleinkinder in der Wohnung tummeln, können sie der Samtpfpoten leider kein neues Zuhause geben. Aus dem Grund ist das Katerchen erst einmal in die Tierauffangstation des Tierschutzvereines der Samtgemeinde Hattorf einge-zogen.

Sollte jemand diesen kleinen Vagabunden vermissen oder ihm ein neues Zuhause geben wollen, rufe er bitte die erste Vorsitzende des Tierschutzvereines, Adalies Drettwan an (055841391). pb

                                                               Foto: Privat
Foto: Privat

DRK Wulften begrüßte 35 Blutspender                     (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Auch wenn der DRK Ortsverein Wulften zur Blutspende „nur“ 35 Bürger begrüs-sen konnte, die sich von einem halben Liter roten Lebenssaft trennen wollten, sagt das Team um die erste Vorsitzenden Mariette Mulawa, Dankeschön. Letztendlich hätten es auf-grund der noch immerwährenden Corona-Pandemie noch weniger sein können.

Besonders freute es sie aber, dass die von den DRKlerinnen lecker gefüllten Lunchtüten erneut sehr gut angekommen waren. Denn die Gesichter der Empfänger strahlten minde-stens genau so, als wenn das Buffet zum Stärken einladen würde. „Damit müssen wir aber wohl noch länger warten“, so Mariette Mulawa.

Das nächste Spenden im Schützenhaus ist übrigens am 9. Dezember möglich.   pb


Wulften erhält Wasser von der HarzEnergie             (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Wolfgang Mönnich, Vorsitzender des Wasserbeschaffungsverbandes Wulften, und der ehemalige Wassermeister Sigfried Wilfer strahlten, als Bürgermeister Henning Kruse zu dem gegenüber der „Öhlmühle“ gelegenen Brunnen kam. Der wollte nämlich erfahren, wie es mit dem geplanten Zufluss von Sösewasser ausschaut, welches aus dem Ortsnetz Schwiegershausen der HarzEnergie kommt. Den Gesichtern der beiden Männer konnte er entnehmen, dass alles geklappt hat.

Der Grund zu diesem Zufluss lag darin, dass das Wulftener Wasser zukunftssicher ge-macht werden sollte. Neben einer Verbesserung der Wasserqualität ist auch die Sicherheit eines zweiten „Standbeins“, eines zusätzlichen Zuflusses für Notfälle, von enormer Bedeu-tung.  Gespräche mit der HarzEnergie führten dazu, dass eine 2.200 Meter lange Wasser-leitung von Schwiegershausen nach Wulften verlegt wurden, durch die jetzt das Sösewas-ser strömt.

Damit das auch genau dort ankommt wo es benötigt wird, musste auch neben dem alten Brunnen ein neuer Schacht errichtet werden, der die erforderliche Technik (Pumpe und Filteranlage) enthält. Eigens dafür stellte die Feldmarkinteressentschaft Wulften 50 m² eines angrenzenden Stücks ihrer Ländereien zur Verfügung.

Und diverse Wasserproben haben mittlerweile gezeigt, dass dieser Schritt der richtige war. Denn alle wichtigen Werte sind im grünen Bereich, die Wasserhärte ist zurückgegangen und die Wulftener Wasserversorgung ist für die Zukunft bestens gerüstet. Dieses bestä-tigte auch Bürgermeister Kruse, der sich namens der Wulftener Bürgerinnen und Bürger bei Wolfgang Mönnich und seinen Mitstreitern ganz herzlich bedankte.  pb

 

Wolfgang Mönnich (li.) und Hen-ning Kruse schauen, wie Sieg-fried Wilfer zufrieden aus dem „Untergrund“ auftaucht.

 

Foto: Petra Bordfeld

 


Wulftener Kirche soll im Herbst in neuem Außenglanz erstrahlen

(Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Die Frage, wann die St. Aegidien-Kirche mit Baugerüsten eingekleidet wurde, können die Wulftener nicht genau beantworten. Dass es aber vor dem Schützenfest 2019 war, wissen viele, da zur Kirchenparade das Gerüst bereits stand. Und nach dem Schüt-zenfest wurde zum Setzen der Anker auch der Innenraum eingerüstet, so dass bis weit in den Herbst hinein kein Gottesdienst in der Kirche stattfinden konnte. Fest steht allerdings, dass das Gotteshaus im Herbst dieses Jahres in neuem Außenglanz erstrahlen soll.

Das gilt auch für den oberen Teil des Turmes. Er erstrahlt mittlerweile nicht „nur" mit einem neuen Dach, sondern auch mit einem neuen Zifferblatt, angeschafft aus Mitteln der Wulftener Kirchenstiftung. Die hat übrigens genau denselben Platz eingenommen, wie ihre Vorgängerin, die ebenfalls nicht mittig eingebaut wurde. Aufgefallen ist die „Linkslastigkeit“ aber erst jetzt durch die farbige Gestaltung, denn das schwarze Zifferblatt ist jetzt grün.

Übrigens ist zum Thema „Kirchenuhr“ in dem Buch „400 Jahre ev. Luth. Kirchengemeinde St. Aegidien Wulften“ nachzulesen, dass die vermutlich aus dem Jahr 1669 stammende Uhr 1782 gründlich repariert wurde. Damals musste der Stundenmesser alle 24 Stunden aufgezogen werden. 1875 wurde eine neue Uhr angeschafft, die erst 1970 durch ein vollelektrisches Uhrwerk ausgetauscht wurde, das bis 2019 seine Dienste tat.

Architektin Sabine Quehl, Bauleiterin vom Ing. Büro Gröninger aus Melsungen und Ines Goesmann, Kirchenvorstandsvorsitzende und Vertreterin der Kirchgemeinde, die Bauher-rin ist, schmunzelten beim Erzählen dieser Begebenheiten. Sie wussten aber noch zwei Daten: Zum einen wurde die Kirche ab dem 8. Mai 2019  eingerüstet, und am 17. Mai die Bekrönung, die Kugel auf der Kirchenspitze, die neu vergoldet wurde,  mit Wetterfahne abgenommen.

Ernster wurden die beiden, als sie den baulichen Zustand der Kirche ansprachen, die vor 429 Jahren eingeweiht wurde und jetzt auch eine neue Glocke aus Bronze erhalten hat.

In der Glockengeschichte ist nachzulesen, dass das Feuer im Jahr 1598 auch den Turm erreicht hatte und eine der beiden großen Glocken bersten ließ. Erst 1728 konnte eine neue angeschafft werden, welche in der Größe der ersten entsprach. Doch schon im Ersten Weltkrieg wurde eine „Zur Sicherung des Kriegsbedarfs“ eingezogen. Die erst 1933 neu angeschaffte Glocke wurde bereits 1942 für den gleichen zweifelhaften Zweck abge-holt. 1951 wurde eine neue, aus Gussstahl bestehende Glocke geweiht. Jetzt hängt im Turm wieder eine Bronzeglocke, für deren Anschaffung sich laut Ines Goesmann die Kir-chengemeinde „krummgelegt“ hat. Außerdem kamen noch viele Spenden aus der Ge-meinde sowie Geld aus der Wulftener Rogge-Stiftung und auch eine finanzielle mit Hilfe der Landeskirche hinzu. So konnten die knapp 30.000 Euro gestemmt werden.

Aber nicht nur eine neue Glocke ist im oberen Teil des Turmes zu sehen, auch die Holze-lemente erstrahlen in neuem Glanze und ermöglichen den Aufstieg bis zur Turmspitze. „Das ist sehr schön“, so die Kirchenvorstandsvorsitzende.

Allerdings muss bei dem Mauerwerk des Turmes noch viel Geduld und Geschick aufge-bracht werden - auch wenn das Dach, die Schiefereindeckung und die Schallluken bereits neu sind.  Dieses „Geduldsspiel“ sei erst zum Vorschein gekommen, als der alte Putz vollends heruntergeschlagen wurde.

Der Schwerpunkt der Voruntersuchungen am Turm lag bei den Holzkonstruktionen. Der Putz der Turmfassaden war offensichtlich schadhaft und bestand aus dem falschen Material, so die Architektin. Doch unter dem gesamten Putz verbargen sich Schäden, die vorher nicht gesehen werden konnten. Denn nach der Abnahme des Putzes musste festgestellt werden, dass große Flächen des ursprünglichen Sandsteinmauerwerks mit Ziegelsteinen ausgebessert wurden. Dabei wurde ein zementhaltiger Mörtel verwendet, der für das vorhandene Mauerwerk mit einem gipshaltigen Mörtel unverträglich ist. So konnte sich Feuchtigkeit hinter dem ebenfalls zementhaltigen Putz sammeln. Dadurch wurden die Sandsteine zum Teil zerstört, auch die hinter den Ziegelsteinausbesserungen, erläuterte Sabine Quehl. Hinzu kam, dass der Sandstein an sich in großen Teilen von geringer Qualität ist. Dieser Zustand sei mit Sicherheit schon mal festgestellt worden und deshalb wurden vermutlich vor einigen Jahren bereits Sandsteine durch die Ziegelsteine ersetzt. Um weitere Zerstörungen des vorhandenen Mauerwerks zu verhindern, mussten sowohl die Ziegelsteine als auch der Zementmörtel ausgebaut und durch passendes Material ersetzt werden.

Da der Mörtel der neuen Aufmauerungen aber nicht mehr bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius verarbeitet werden kann, mussten die Bauarbeiten im Dezember 2019 vorerst eingestellt werden. Seit Ende März geht es wieder weiter. Schließlich sollen die Arbeiten im Herbst 2020 abgeschlossen sein. Dann wird ein neuer Putz aufgelegt sein. Denn, auch wenn viele Steine ausgetauscht sein werden, muss das geschehen, weil Gipsmörtel Schutz vor Feuchtigkeit braucht. „Außerdem ist der Stein, der geblieben ist, empfindlich in seiner Struktur“, so die Architektin.

Das Kirchenschiff, oder besser das Dach, sorgte für eine weitere, nicht eingeplante, unangenehme Überraschung. Denn die Dachkonstruktion im Bereich der Traufen, die von innen nicht zugänglich sind, zeigten bei der Aufnahme von Dachziegeln zuvor nicht festgestellte Schäden. Um die zu beheben, musste der Zimmermann die Ziegeldeckung der 90er Jahre zu einem Teil aufnehmen, um an das in Mitleidenschaft gezogene Gebälk zu kommen. Außerdem wurden vier acht Meter lange Stahlanker quer durch das Kirchenschiff eingezogen, um dessen Gemäuer mehr Halt zu geben.

Die Außenwände des Schiffs sind schon ausgebessert worden und erhalten einen neuen Anstrich, wenn dieser auch dem Turm zukommen wird.

Auf die Frage, was dieses Projekt so insgesamt kosten dürfte, war zu vernehmen, dass die Kosten in einem hohen sechsstelligen Betrag liegen werden. Das Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum Niedersachsen/Bremen hat bereits einen Zuschuss in Höhe von 150.000 € bewilligt. Die Finanzierung der Gesamtsanierung wiederum übernimmt die evangelische Landeskirche Hannover.

Übrigens liegt die Bauprojektleitung in den Händen des Amtes für Bau- und Kunstpflege Göttingen, welches die Denkmalstelle der Landeskirche Hannover ist. pb

Der Zimmermann erläutert Architektin Sabine Quel             Der Klang der neuen Bronze-

und Ines Goesmann (re.) die Arbeiten am Kirchen-             glocke ist bereits länger zu

schiffdach.                                                                           vernehmen.

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Diese Stufen und Geländer er-       An dieses Kirchenbild haben sich die Wulftener fast

strahlen in neuem Holz.                   schon gewöhnt.

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Dieser Teil des Kirchturms,              Diese Glocke von 1951 hat

auch das Ziffernblatt der Uhr,          im Kirchturm jetzt ausgedient.

sind neu geworden.                                                                       (Fotos: Petra Bordfeld)


Ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk              (Bericht: Petra Bordfeld)

Wulften. Der Wulftener Ausgehclub „Aber Hallo 87“ wollte dem Clubmitglied Sigrid Ruste-berg zum 60sten Geburtstag eine Überraschung, in Form eines von einem Kreissäge-motor „angetriebenen“ E-Bike, vor die Tür stellen. Genau aus dem Grund und unter korrekter Einhaltung der Abstandsregeln machte man sich dafür in der Nacht vor dem Wiegenfest auf den Weg. Zum einen sollte mit dem ungewöhnlichen Motor an dem Stahlesel darauf hingewiesen werden, dass das Geburtstagskind bei den Fahrradtouren konsequent auf Motorunterstützung verzichtet. Außerdem sollte an die Flower-Power-Zeit der gelernten Gärtnerin erinnert werden. In jedem Fall ist die Überraschung sehr gelungen: Ein bunter Fleck in der Corona-Zeit. pb/Foto: privat

Foto: privat
Foto: privat